GR Thomas Scholz am Flipchart
Für die Menschen sind es ein paar Minuten, die sie uns schenken. Für uns ist es ein Schatz. Bei unserem Ostertalk versuchen wir, mit den Bürgerinnen und Bürgern von Hirschberg ins Gespräch zu kommen und wollen meistens nur ganz allgemein wissen, wo der Schuh drückt. Dieses Mal ging es uns aber um etwas mehr – wir wollten wissen, was wir als SPD angehen müssen.
Denn: mit einem Landtagswahlergebnis von kümmerlichen 5,5% läuft das Bundesland Gefahr, die sozialdemokratische Stimme auf kurz oder lang zu verlieren. Das kann weder in unserem noch im Sinne der Menschen in Baden-Württemberg sein. Also haben wir uns auf Spurensuche gemacht. Wo haben sich die Wege getrennt? Wann genau haben wir uns von den Menschen so weit entfernt, dass irgendwann nicht mehr klar war, weshalb man uns die Stimme geben sollte?
Für uns als Ortsverein waren die Gespräche sehr lehrreich. Natürlich haben wir die Frage sehr offen gestellt und deshalb viele Antworten bekommen, die manchmal schwer unter einen Hut zu kriegen sind. Aber der Tenor war klar: es braucht mehr Gerechtigkeit, mehr soziale Absicherung beispielsweise bei den Pflegekosten. Die Menschen machten sich Sorgen um das Renteneintrittsalter und sahen junge Menschen nicht ausreichend repräsentiert. Was uns mehrfach angetragen wurde, war der Vorwurf, wir würden nur für Bürgergeldempfänger Politik machen. Bei genauer Betrachtung stimmt das zwar nicht. Die überwältigende Anzahl der Anträge und Vorschläge aus der SPD in der Regierung handeln nicht vom Bürgergeld, aber der Eindruck ist trotzdem da. Unserer Vermutung nach liegt das einfach daran, dass das Bürgergeld recht „einfach“ reformiert werden kann, da es komplett in Bundeshand liegt, wohingegen alle anderen politischen Probleme, wie zum Beispiel der Mangel an bezahlbarem Wohnraum um nur ein Beispiel herauszugreifen, das Interagieren vieler verschiedener Protagonisten bedarf und dementsprechend viel schwieriger umzusetzen ist. Erfolge stellen sich dort auch nur langsam ein und sind manchmal erst Jahre später wirklich sichtbar. So entsteht ein verzerrtes Bild. Unser Ansatz deshalb: schneller werden und besser kommunizieren.
Was die Ortsebene anbelangt, so gibt es auch hier genug zu tun. Die Menschen nannten hier zum Beispiel die Verschönerung der Markthalle in Leutershausen, Tempo 30 auf der Heddesheimer Straße, auch der Dauerbrenner Bürgerhaus wurde mehrfach genannt. Uns jedenfalls geht hier so schnell die Arbeit nicht aus.
In den kommenden Wochen werden wir uns im Vorstand diese Talking Points besprechen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten. Für uns hier im Ortsverein, für die Landes-SPD und auch die SPD im Bund. Der Ortsverein Hirschberg wird auch weiterhin eine laute Stimme für die Sozialdemokratie bleiben.